Neuer Tag, neue Bremse (Sla’Knot, von Bertrand Favier)

Nach wiederholtem Studieren, des von Bertrand Favier (trees-asso.fr) hochgeladenen Instruktionsvideos zum „Sla’Knot“ Klemmknoten, machten wir es uns zur Aufgabe ein weiteres Mal dem Ruf des Interwebs zu folgen und eifrig das zu Nachzumachen, was Andere mit viel Mühe und Verstand erarbeitet haben.

Erster Eindruck:

Es funktioniert, wenn es funktioniert. Und es funktioniert nicht, wenn es nicht funktioniert.

Irgendwas an dem Knoten von Bertrand erinnert mich an Quantenmechanik. Es scheint fast so, als würde sich der Sla’Knot, solang ungetestet, in einer Art Superposition zwischen „AWESOME“ und „Verdammt, irgendwas stimmt hier nicht..“ befinden und erst nachdem man ihn das erste mal tatsächlich belastet, weiß man, in welchen Zustand der Knoten kollabiert. Unabhängig davon, wie viel Mühe wir uns die ersten Male beim Legen des Knoten geben, der Ausgang ist vollkommen zufällig.

Findet man dann tatsächlich die richtige Seilkombination (wir hatten nicht allzuviele verschiedene zur Verfügung), grenzt es an Magie, wie nah der Sla’Knot an der Grenze zwischen Klemmknoten und Seilgekrangel seine Funktion vollkommen reibungslos (Metapher!) erfüllt. Funktioniert er, funktioniert er hervorragend!

Unseren ersten Test in der harten Realität haben wir heute Vormittag bei -8°C und recht erfrischendem Wind durchgeführt. Das Aufbauen musste mehrere Male mit einem Satz Liegestützen unterbrochen werden, sonst wären meine Finger unweigerlich an der Kälte zugrunde gegangen. Das Setup bestand aus 30m Sigma N (Jormungand!!), ein paar Stahlkarabinern, Ringen, Handsteigklemme und Doppelrollen von CT, sowie einem 10,5mm Halbstatikseil von TRUCK (??), einer 3″ SMC Einfachrolle und 2m Reepschnur (7mm Durchmesser für den Sla’Knot).

Insgesamt haben wir das System 5mal auf- und abgespannt. Dabei wurde der Sla’Knot zweimal neu gelegt und er hat jedesmal auf Anhieb funktioniert. Das von Betrand empfohlene Durchmesserverhältnis von Statikseil zu Reepschnur (1:1) haben wir nicht einhalten können, weil keins unserer 10mm oder 11mm Seile geschmeidig genug war, um die nötige Haltekraft wiederholt gewährleisten zu können. Vermutlich ist das Entspannen deswegen nicht ganz so entspannend, wie in seinem Video dargestellt. Am Anfang ruckt es einmal kurz, bevor man den Knoten so verschieben kann, dass die Spannung kontrolliert abnimmt. Eine andere Reepschnur (bereits bestellt!) sollte da Abhilfe leisten.

Fazit:

AWESOME! Der Sla’Knot funktioniert auf Anhieb wesentlich besser als erwartet. Beim Spannen ist keinerlei Widerstand in dem System, besser noch als TRAXIONs oder RollnLock, die gelegentlich vibrieren, wenn man zu schnell zieht. Jede herkömmliche Bremse, wie Eddy oder GriGri übertrifft es an Effizienz bei weitem. Die Slackline wurde ohne Potenz auf 4kN gebracht und war gut zu entlasten. Für den wiederholten Einsatz empfiehlt es sich, eine Reepschnur mit Aramid/Polyester-Mantel zu nehmen, diese haben einen höheren mechanischen Widerstand und schmelzen erst bei sehr viel höheren Temperaturen, was die Langlebigkeit des System enorm erhöht (nach Aussage von Bertrand). Als einzigen direkt wahrnehmbaren Nachteil, haben wir die „Blockierverzögerung“ identifiziert. Der Sla’Knot braucht einen, durch die Länge des Knotens bestimmten  Weg, bevor er greift. Damit geht bei jedem Zug immer ein bischen der erreichten Spannung wieder verloren. Möglicherweise lässt sich dieser Verlust durch eine kürzere Reepschnur bis zu einem gewissen Grad eindämmen. Gänzlich verschwinden, wird er wohl nicht, da dieses Phänomen bei allen Klemmknoten zu beobachten ist

Unabhängig davon empfehlen wir allen Slacklinern, diesen Knoten mal selber auszuprobieren. Vergesst dabei bitte nicht, den Sla’Knot zu hintersichern!!

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Betrands Video zum Sla’Knot:

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